oder was ist der Unterschied zwischen Zwetschgen und Pflaumen?
Darüber gab es kürzlich an einer Supermarktkasse eine Diskussion. Ganz einfach ist es nicht, denn beide kreuzen sich munter drauf los.
Aber im Wesentlichen stimmt der folgende Text: Zu den Zwetschgen gehören alle Formen mit länglichen, spitz zulaufenden, ungefurchten Früchten und dunkelblauer oder schwarzblauer Schale. Diese ist meist auch noch „bereift“, also von einer dünnen weißen Schutzschicht aus natürlichem Fruchtwachs überzogen. Der flache Stein löst sich ganz leicht vom säuerlichen, grünlich-gelben Fleisch. Zwetschgen eignen sich hervorragend zum Kuchenbacken und bewahren ihr ausgeprägtes Aroma auch beim Einwecken oder Einfrieren. Eine berühmte Zwetschgen-Sorte ist die ‘Bühler Frühzwetschge’.


Als Pflaumen bezeichnet man vor allem die eigentlichen Pflaumen mit meist runden, blauen oder rötlichen Früchten, die gelben oder grünen Renekloden und die murmelgroßen, zuckrigen, meist weniger aromatischen Mirabellen. Alle Pflaumen reifen schon im Hochsommer.*1)
Und dann gibt es da noch die Wildpflaumen. Eine davon ist die Haferpflaume, gelb und reif, wenn der Hafer gemäht wird. In Österreich wird sie Kriecherl genannt. Das sagt etwa über ihre Eigenschaft, sich von den Hauptwurzeln her im Garten auszubreiten. Das bringt auch manchen Besitzer eines Zwetschgenbaumes zum Rasen auf dem Rasen.
Eine weitere Art sind die Kirschpflaumen, oft auch Spillinge genannt. Sie kommen in gelb, rot und dunkelpurpur vor. Sie schmecken am Kern säuerlich wie die Pflaumen, aber der Kern löst sich leicht. Bei uns hat sich vor ein paar Jahren ein kleiner Baum von selbst ausgesät und erfreut uns mit vielen Früchten. Sie geben besonders aromatische Marmelade. Auch die Früchte der Blutpflaume sind essbar und etwas größer als die Spillinge.
Alle gemeinsam gehören zur botanischen Gattung P R U N U S.
*1) Mein-schoener-garten.de/Nutzgärten
Die botanischen Arten und Unterarten (= subspecies):
Prunus domestica = Zwetschge und Pflaume
“ “ subsp. syriaca = Mirabelle
“ “ subsp. italica = Reneklode
“ “ subsp. insititia = Haferpflaume
Prunus cerasifera = Kirschpflaume
Aber auch Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen sind Verwandte
Prunus persica = Pfirsich, Nektarine*2)
“ “ var. platycarpa = Plattpfirsich
Prunus dulcis = Mandel
Prunus armeniaca = Aprikose
Und zum Schluss: Auch die Kirschen gehören zur Gattung Prunus, sogar der Kirschlorbeer oder die arg saure Schlehe.
*2) Die Nektarine ist eine Pfirsich-Mutation mit haarloser Haut. Es gibt sie seit Jahrtausenden, sie wird aber erst seit wenigen Jahrzehnten in goßem Stil angebaut. Die Nektarinen können nicht durch ihren Samen (der Stein) vermehrt werden. Man muss sie veredeln.
Dann übt mal schön den Zungenbrecher!
Zwischen zwei Zwetschgenzweigen saßen zwei zwitschernde Schwalben“
Muss man mehrfach wiederholen oder im Kreis/am Tisch mit mehreren Leuten. Dann wirds ganz lustig.
Mit den Pflaumen ist es einfacher:
Philipp Flohmann pflückt flummige Pflaumen.
Fotos Ev. Renell



