„Wo sind all die Vögel hin?“ Diese Frage stellten sich in den vergangenen Wochen viele Gartenbesitzer. Seit Ende Oktober wurde es wieder munter im Garten – obwohl wir noch nicht füttern. Es begann mit zwei Zaunkönigen, die wir das ganze Jahr über nicht gesehen hatten. Kohl- und Blaumeisen kreuzten in Kopfhöhe über das Gelände und verschwanden in der „exotischen“ Korkenzieherhasel. Die ist seit Jahren sehr beliebt, weil sie mit und ohne Blätter wunderbare Verstecke bietet. Täglich kamen ein bis zwei Eichelhäher zu Besuch. Was sie fraßen, konnte man nicht erkennen. Wahrscheinlich haben sie eher gepflanzt, Eicheln nämlich. Der Buntspecht ist auch fast täglich zu sehen, heute früh sogar ein Grauspecht. Am Lärchenstamm turnte ein Baumläufer. Und dann die Amseln, sicherlich der Albtraum jedes ordnungsliebenden Gärtners. Die Blätter werden nicht gewendet, nein, sie werden in die Luft geschleudert und fallen genau dorthin, wo man gerade den Rasen abgeharkt hatte. Aber unter den Blättern ist noch viel Leben, und daran sind alle Vögel interessiert, die lieber fleischliche Kost zu sich nehmen.

Man unterscheidet bei Gartenvögeln zwischen Körner- und Weichfutterfressern.

Die meisten Saatmischungen enthalten Sonnenblumenkerne, Hanfsaat, Haferflocken, gehackte Nüsse und kleinere Samen – sie bieten Energie und Vielfalt, so dass viele Arten angesprochen werden. Ergänzen Sie das Futterangebot je nach Vogelgruppe gezielt:

  • Körnerfresser (z.B. Finken und Sperlinge) lieben kräftige Samen wie Sonnenblumenkerne, Hanf und Nigersaat.
  • Weichfutterfresser (z.B. Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönige) sind auf feines, weiches Futter wie Rosinen, Haferflocken oder Obst angewiesen. *) Fettfutter zählt ebenfalls zu dieser Kategorie.

Beim Aufräumen der Speisekammer findet man gelegentlich Nüsse oder Haferflocken, in die sich Mehlwürmer eingenistet haben. Nicht in den Müll, sondern den Vögeln anbieten.

*)nabu-shop.de/vogelfutter

Auf der Starteite ist derzeit eine ungefüllte Chrysantheme mit einer Schwebfliege zu sehen. Die Schwebfliegen legen ihre Eier gerne in die Nähe von Blattlauskolonien oder über Winter in morsches Holz. Daraus entwickeln sich Larven, die z.B. von Vögeln gefressen werden. Wenn man Altholz also nicht entsorgt, sondern irgendwo in die Gartengestaltung einbaut, tut man fleischfressenden Tieren (auch dem Igel) einen großen Gefallen.

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