Seit mehreren Jahren erhalte ich online den Mediendienst „Fresh Plaza“ – siehe unten*)
Warum ich hier mal die Schlagzeilen vom 27. Oktober veröffentliche, hängt damit zusammen, dass ich es für wichtig halte, auf den Verpackungen auch die Herkunftsländer nachzuschauen.
„Der Süßkartoffelimport ist momentan ein reines Verlustgeschäft“ Herkunft Ägypten
„Kiwis aus Griechenland, Markt zögerlich, Nordeuropa bereitet die größten Sorgen“
„Starke Regenfälle in Spanien gefährden den Salatanbau und die Zitrusernte„
„Portugiesischer Kürbisanbau 2026 steht unter dem Druck steigender Kosten und unsicherer Nachfrage“
„Ab November gute Nachfrage nach spanischem Freilandgemüse (Region Cadiz) erwartet“
„Höhere Nachfrage nach neuseeländischen Zwiebeln in der EU und dem Vereinigten Königreich erwartet“

„Der Mangoverkauf läuft derzeit zu schleppend, um höhere Preise zu verlangen – Lieferungen kommen aus Brasilien„
„Indische Traubensaison schreitet voran, trotz Wasserknappheit und höherer Exportkosten“
„Traubenernte im Norden Perus wird vorgezogen, um El Niño zuvorzukommen“ (seit Juni aufgebaut, starke Ereignisse ab November erwartet)
„Polnischer Apfelexporteur fordert Marktstabilität angesichts geringerer Ernte“
Apfelverzehr in Deutschland in 10 Jahren von 27 auf 21 kg Pro Kopf und Jahr gesunken
«Der Apfel hat eine Menge Konkurrenz durch andere Früchte wie Südfrüchte und Beerenfrüchte. Man bekommt heute fast das ganze Jahr über zum Beispiel frische Erdbeeren.» Auch Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren lägen frisch im Supermarkt-Regal“. Normalerweise werden sie außerhalb der Saison in Folientunneln angebaut. Momentan sind sie trotz geringerer Ernte günstiger im Supermarkt als im letzten Jahr. Ist es Lagerware?
Süßkartoffeln werden mittlerweile auch bei uns angebaut, aber noch nicht genügend. Außerdem brauchen sie genau in der Zeit sehr viel Wasser, in der bei uns dieses Jahr große Trockenheit herrschte. Sie werden noch wenig gekauft, so dass ein Import lohnend ist.
Kiwis wurden ab den 1950er Jahren aus Neuseeland importiert. In den 1970, vorzugsweise 1980er Jahren gelangten zunehmend Früchte aus Frankreich und Italien auf den – überwiegend deutschen – Markt.
Zitrus ist für die Mittelmeerländer klar. Aber Salate? Sie könnten auch aus Deutschland kommen, z.B. aus dem größten deutschen Gemüseanbaugebiet rund um Speyer. Von dort kommen auch viele Salate mit Wurzelballen. (Ich habe ihn wie Pflücksalat genutzt und das Herz mit Wurzeln in den Garten gepflanzt. Jetzt ist er wieder groß genug für die zweite Ernte). Im Winter kommt viel Salat aus den Niederlanden.
Muss Kürbis aus Portugal kommen? In den Dörfern rund um Gießen ist er auch zu finden.
Freilandgemüse aus der Region Cadiz hat nichts mit dem Plastikmeer zu tun, das man bei Almeria findet. „Mischkultur & Tradition: Im Gegensatz zu den industriellen Gewächshaus-Monokulturen im benachbarten Almería (dem „Plastikmeer“) findet man in Cádiz oft ein kleinparzelligeres Mosaik aus traditionellen Gemüsegärten, Fruchtfeldern und wechselfruchtaktuellem Ackerbau“. (KI) Ansonsten haben wir z.B. Kohlanbau in Dithmarschen (SH) und auf den Fildern bei Stuttgart (abnehmend).
Zwiebeln aus Neuseeland, das geht mir gewaltig gegen den Strich!

Mangos liebe ich, aber ich gönne sie mir nur selten. Der Wasserbedarf ist allerdings erheblich geringer als bei Avocados (kommerzielle Produktion Mangos 370l, Bananen 84l und Avocados 1300l – pro Kilogramm! Da zu uns außer den Flugmangos nur Schiffsware kommt, wurden sie „pflückreif“ geerntet (das machen wir auch bei Birnen aus dem eignen Garten). Auf dem 10-14tägigen Transport werden sie auf 10-12°C gekühlt. Besonders gute Ware kommt anschließend in Reifekammern. Wenn die gekaufte Frucht noch zu fest ist, kann man die Reifung durch gemeinsame Lagerung mit reifen Bananen oder Äpfeln beschleuinigen = Reifegas Ethylen.
Gute Frage: Was erhält eigentlich der Anbauer, wenn die Früchte bei uns für 0,50€/Stück verkauft werden?
70% der indischen Weintrauben kommen aus der Provinz Maharashtra, in der auch die Hauptstadt Mumbai liegt. Ausmaß der Dürre: Etwa 74 % des gesamten Bundesstaates (mehr als 265 von 358 Bezirken bzw. Talukas) sind offiziell als dürrebetroffen eingestuft. In Regionen wie Marathwada und Vidarbha lag der Niederschlag bis zu 38 % unter dem Normalwert – aus Economic and Political Weekly
Peruanische Weintrauben Seit Beginn der Saison 2026/27 bis zur KW 39 erreichten die peruanischen Traubenexporte 3 Mio Kartons (24.691 t oder 1.394 Container), was einem Anstieg von 114,2 % gegenüber den 1,4 Mio Kartons entspricht, die im gleichen Zeitraum der vorangegangenen Saison (2025/26) versandt wurden. Für Deutschland spielen die peruanischen Früchte kaum eine Rolle.

Reife Kakis in einem Frankfurter Garten im Oktober. Inzwischen werden die Kakis in jedem Jahr am Baum reif.
Vor 2010 musste man sie grün vor dem ersten Frost pflücken und im Warmen nachreifen lassen.
Fotos Eveline Renell
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